Schweizer Kirchenbautag

Einführung

Inhalt und Ziel

Die Datenbank Moderner Kirchenbau erfasst um die tausend Kirchen, Kapellen und Klöster, die in der Schweiz zwischen 1950 und heute gebaut wurden. Sie will eine Grundlage bieten für die Beschäftigung mit dieser faszinierenden, vergleichsweise noch wenig erforschten Kirchenbauperiode. Entstanden ist sie im Zusammenhang mit dem Dritten Schweizer Kirchenbautag, der den modernen Kirchenbau in der Schweiz zum Thema hatte.

Sie sind Denkmalpfleger*in und möchten wissen, welche Kirchen diese Architektin oder jener Architekt gebaut hat? Sie sind Pfarrer*in in einem ökumenischen Gemeindezentrum und möchten wissen, wo es sonst noch solche Zentren in der Schweiz gibt? Sie sind am Kirchenbau interessiert und möchten wissen, ob auch im 21. Jahrhundert noch Kirchen gebaut werden? Die Antworten auf diese und weitere Fragen werden Sie in dieser Datenbank schnell finden.

Viele der modernen Kirchenbauten haben inzwischen ein Alter erreicht, wo erste grössere Sanierungen anstehen und sich Fragen der Unterschutzstellung stellen. Auch ist zu beobachten, dass im Zusammenhang mit der Umnutzungsthematik moderne Kirchen besonders oft im Fokus stehen. Angesichts dieser und weiterer Problemstellungen ist es angezeigt, dass man heute dem modernen Kirchenbau eine verstärkte Aufmerksamkeit schenkt. Die vorliegende Datenbank bietet einen Überblick.

 

Erfasste Bauten und nicht erfasste Bauten

Die Datenbank erfasst vor allem Kirchen und Kapellen der drei Landeskirchen (römisch-katholisch, evangelisch-reformiert, christkatholisch), zusätzlich ein paar Klöster, Bildungshäuser und Seminare. Nicht aufgenommen sind weitere kirchliche Bauten wie Pfarreiheime, Kirchgemeindehäuser und Pfarrhäuser. Für die Kirchengebäude der drei Landeskirchen wurde Vollständigkeit angestrebt, wenn auch vermutlich nicht erreicht. Sicher nicht vollständig ist die Datenbank bei den Kapellen. Sollten Sie Lücken entdecken, freuen wir uns, wenn Sie uns darauf hinweisen. Zeitlich deckt die Datenbank die Periode von 1950 bis heute ab.

Nicht erfasst sind Sakralbauten nichtchristlicher Religionen wie Synagogen, Moscheen und Tempel. Nur vereinzelt, gleichsam stellvertretend erfasst sind Kapellen anderer christlicher Denominationen (evangelisch-methodistisch, neuapostolisch, griechisch-orthodox u.a.). Die seit 1950 errichteten Gottesdienstorte dieser Denominationen gehen ebenfalls in die Hunderte. Deren Erfassung hätte den Rahmen der Recherche gesprengt, umso mehr, als viele dieser Orte schlecht dokumentiert und im öffentlichen Raum kaum sichtbar sind.

Ebenfalls nur vereinzelt, gleichsam stellvertretend erfasst sind Gottesdiensträume in Institutionen (Spitäler, Altersheime), Kapellen bzw. Abdankungshallen auf Friedhöfen sowie multireligiöse Gebetsräume.

 

Ermittlung der Objekte und Daten

Als Grundlage für die Ermittlung der Objekte und Daten dienten dem Forscherteam zunächst die fünf Bände des von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte herausgegebenen «Kunstführers durch die Schweiz». Weitere Quellen waren die Publikationen der Schweizerischen St. Lukasgesellschaft, die Sondernummern zum Kirchenbau der Architekturzeitschrift «Werk» sowie neuere Publikationen zum Kirchenbau bzw. zur modernen Architektur in der Schweiz. Die vom Forscherteam zu Hilfe gezogenen und ausgewerteten Publikationen sind in der Literaturliste (zu finden in der Rubrik Literatur) mit einem * gekennzeichnet. Weitere Objekte wurden durch Recherchen im Internet gefunden.

Die Bereinigung der Datenbank erwies sich als anspruchsvoll, da die Recherchen zahlreiche Dubletten generierten, die dann wieder ausgeschieden werden mussten. Zu Dubletten kam es, weil die Kirchen in den verschiedenen Publikationen zum Teil unterschiedlich bezeichnet, zum Teil unter unterschiedlichen Ortsnamen aufgeführt sind.

 

Erfasste Daten

Für jedes Objekt (Kirche, Kapelle, Kloster) liefert die Datenbank die folgenden Daten: Ort, Name, Baujahr, Konfession, Bautypus, Adresse, Architekt, Koordinaten sowie zwei Links.

Die Ortsnamen sind in der jeweiligen Landessprache geschrieben. Wo hinter dem Ortsnamen in Klammern ein zweiter Name steht, bezeichnet der erste die Ortschaft, in der die Kirche steht, der zweite die politische Gemeinde, zu der die Ortschaft heute gehört. So gehört etwa Brigerbad heute zur politischen Gemeinde Brig-Glis, Brunnen SZ zu Ingenbohl.

Die Namen der Objekte orientieren sich an den aktuellen Bezeichnungen. Bei den römisch-katholischen Kirchen ist der Name verkürzt auf den Namen der Heiligen bzw. des Heiligen, dem oder der die Kirche geweiht ist. Also beispielsweise statt «Römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael» kurz «St. Michael».

Wo beim Baujahr nur eine Zahl steht, bezeichnet diese das Jahr der Eröffnung. Wo zwei Zahlen stehen, markieren sie die Zeitspanne von Beginn bis Vollendung. Je nachdem, ob man unter Beginn den Planungs- oder den Baubeginn versteht, können die Zahlen in der Literatur variieren.

Unter Konfession ist erfasst, welcher der drei Landeskirchen bzw. welcher Gemeinschaft der Bau gehört. «Ökumenisch» steht bei Objekten, die von mindestens zwei Konfessionen betrieben werden, «Multireligiös» bei Orten, die allen Religionen offenstehen. Bei Spitalkapellen steht als Konfession «Spital», bei Friedhofskapellen «Friedhof». Dies, weil diese Kapellen in der Regel im Besitz der politischen Gemeinde bzw. des Spitals sind.

Beim Bautypus unterscheidet die Datenbank zwischen Kirche, Gemeindezentrum, Kapelle, Kloster, Seminar und Bildungshaus. «Kirche» bezeichnet einen Ort, der ausschliesslich oder primär der Feier des Gottesdienstes dient. Bei Kapellen handelt es sich in der Regel um kleinere Sakralräume, die auch der individuellen Einkehr dienen. Der Begriff «Gemeindezentrum» steht für jene Bauten, die neben einem Gottesdienstraum zusätzlich einen Saal, Räume für den Unterricht und die Jugendarbeit, allenfalls auch die Wohnungen der Pfarrfamilie und der Sigristenfamilie umfassen. Dieser Bautypus war in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr beliebt.

«Gemeindezentrum» ist ein von uns gewählter Oberbegriff für die vielen Bezeichnungen, die diese Orte erhalten haben: Kirchliches Zentrum, Kirchenzentrum, Kirchgemeindezentrum, Pfarreizentrum u.a. Es ist davon auszugehen, dass die in der Datenbank vorgenommenen Zuweisungen zu den Bautypen Kirche bzw. Gemeindezentrum zum Teil nicht stimmen, wofür wir uns entschuldigen. Der Grund dafür: Aus dem Namen eines Ortes geht nicht immer hervor, um welchen Bautypus es sich handelt. Wo ein Ort «Pfarreizentrum St. Wendelin» heisst, ist die Zuweisung klar. Schwieriger ist es bei einem Ort wie zum Beispiel der Tituskirche in Basel, deren Namen nicht darauf hinweist, dass es sich ebenfalls um ein Gemeindezentrum handelt. Da helfen nur aussagekräftige Abbildungen, die wir bei der Erstellung der Datenbank jedoch noch nicht für alle Bauten zur Verfügung hatten.

Vereinzelte reformierte Gemeindezentren tragen den Namen «Kirchgemeindehaus», was möglicherweise verwirren mag, da wir sagten, wir hätten Kirchgemeindehäuser nicht erfasst. In diesen Fällen (zum Beispiel Kirchgemeindehaus Winkeln in St. Gallen) handelt es sich aber um Bauten, die ebenfalls einen Gottesdienstraum, oft auch einen Glockenturm haben und deshalb ebenfalls zum Bautypus Gemeindezentrum gehören.

Die Rubriken Adresse, Architekt und Koordinaten brauchen nicht kommentiert zu werden. Hingewiesen sei aber noch auf die beiden aktiven Links. Der Link «Google Maps» öffnet in Ihrem Browser die Karte von Google Maps, auf der das Objekt markiert ist. Die Einbindung des Objekts in dieses Kartenwerk bietet Ihnen weitere Optionen wie Routenplanung, Street View, allenfalls auch Fotomaterial. Über den Link «Swisstopo» finden Sie das Objekt auf den Karten von Swisstopo markiert.

 

Abfragemöglichkeiten

Bei einer Datenbank mit annähernd tausend Datensätzen ist man darauf angewiesen, dass man sich darin orientieren kann. Die Datenbank Moderner Kirchenbau in der Schweiz bietet sechs Abfragemöglichkeiten:

1. Ort alphabetisch: Sie suchen gezielt nach einer Kirche in einem bestimmten Ort. Die Liste bietet Ihnen nicht nur den Ortsnamen, sondern auch den Namen der Kirche. So können Sie sich beispielsweise in Städten mit mehreren Kirchen leicht orientieren.

2. Ort nach Kanton: Sie möchten sich über den modernen Kirchenbau in einer bestimmten Region informieren. Diese Abfragemöglichkeit liefert Ihnen die Datensätze geordnet nach Kantonen, innerhalb der Kantone alphabetisch.

3. Baujahr: Sie möchten sich alle Kirchen anzeigen lassen, die beispielsweise zwischen 1950 und 1960 gebaut wurden. Die Liste, die Sie erhalten, ist chronologisch nach Baujahr geordnet. Sichtbar wird das Baujahr aber erst, wenn Sie den einzelnen Datensatz öffnen.

4. Konfession und Bautypus: Diese Abfragemöglichkeit ordnet die Datenbank nach Konfession (römisch-katholisch, evangelisch-reformiert, ökumenisch) und zusätzlich innerhalb der Konfession nach Bautypen. In der Rubrik «Andere» sind die nur vereinzelt und stellvertretend erfassten Kapellen anderer christlicher Denominationen, multireligiöse Gebetsräume sowie Kapellen in Spitälern und auf Friedhöfen zusammengefasst.

5. Architekt: Sie beschäftigen sich mit einem Architekten und möchten in Erfahrung bringen, welche Kirchen er gebaut hat. Die Kirchen werden Ihnen unter dem Namen des Architekten in der alphabetischen Reihenfolge der Orte (also nicht in chronologischer Reihenfolge) angezeigt. Wo Architekten in unterschiedlichen Teams gearbeitet haben, gibt es für sie mehrere Einträge. Ein Beispiel dafür ist Hanns A. Brütsch. Architektenteams erscheinen nur beim Namen des erstgenannten Architekten.

6. Karte: Sie orientieren sich gerne mit Hilfe einer Karte? Hier finden Sie alle Objekte der Datenbank eingetragen, farblich unterschieden nach konfessioneller Zugehörigkeit. Über das Menü können Sie sich die einzelnen Konfessionen gesondert anzeigen lassen Wenn Sie ein Objekt anklicken, öffnet sich ein Fenster mit allen dazugehörigen Daten. Umgekehrt können Sie über die Liste der Orte, die unter den Konfessionen erscheinen, einen Ort auf der Karte anzeigen lassen. Die Zoomfunktion von Google Maps erlaubt Ihnen, sich sowohl einen Überblick zu verschaffen als auch den genauen Standort einer Kirche zu ermitteln.

 

Bilder und Bildrechte

Zusätzlich zu den Daten finden Sie auf den Seiten der einzelnen Objekte auch Bilder. Aus Zeitgründen haben wir die Bildersuche – mit einzelnen Ausnahmen – auf Kirchen und Gemeindezentren fokussiert. Bei der Bildauswahl beschränkten wir uns auf Gesamtansichten von aussen und innen. Auf Detailaufnahmen der Ausstattung wurde verzichtet.

Der Grossteil der Bilder stammt aus dem Internet. Für jedes Bild haben wir den Link erfasst, über den wir es heruntergeladen haben. Mit diesem Link kann sofort rekonstruiert werden, woher das Bild stammt. Die Linkliste findet sich als PDF am Ende dieses Einführungstextes. Die Nummer in der linken Spalte der Liste bezieht sich auf das jeweilige Bild in der Datenbank. Die Nummer eines Bildes kann ermittelt werden, indem man mit der rechten Maustaste auf das Bild klickt und «Grafik speichern unter» wählt. Dann öffnet sich ein Fenster, in dem die Bildnummer im Feld «Dateiname» erscheint.

Die meisten der von uns ausgewählten Bilder sind frei zugänglich. Wo verlangt, haben wir den Namen der Fotografin/des Fotografen, allenfalls auch weitere Angaben unter das Bild gesetzt. Bei Bildern, deren Nutzungsrechte eingeschränkt sind, haben wir versucht, die Rechteinhaber zu kontaktieren. Sollten wir etwas übersehen haben, entschuldigen wir uns dafür und bitten um Kontaktaufnahme (Kontaktadresse am Schluss). Gerne weisen wir an der Stelle darauf hin, dass die Datenbank Moderner Kirchenbau in der Schweiz rein wissenschaftlichen Interessen dient.

 

Was die Datenbank nicht bieten kann

Die Datenbank hat zum Ziel, möglichst alle Kirchen und Gemeindezentren sowie annähernd alle Kapellen und Klöster, die in der Schweiz seit 1950 gebaut wurden, zu erfassen. Da dieses Ziel bereits eine Mammutaufgabe war, mussten wir darauf verzichten, zusätzliche Informationen sowie Literaturangaben zu den einzelnen Objekten in die Datenbank mitaufzunehmen. Diese Arbeit konnten wir für ein Konvolut von 1000 Objekten nicht leisten.

Wer sich mit diesem oder jenem Bau vertieft auseinandersetzen will, sei verwiesen auf die Spezialliteratur (Kunstführer, Festschriften, Veröffentlichungen zu den Architekten u.a.), auf die Inventare der kantonalen und kommunalen Fachstellen für Denkmalpflege sowie auf die Webseiten der Kirchgemeinden und Pfarreien. Weiterführende Forschungsarbeiten zu den einzelnen Objekten dieser Datenbank müssen dezentral geleistet werden. Wir schliessen jedoch nicht aus, die vorliegende Datenbank allenfalls weiter auszubauen, sofern dies die uns zur Verfügung stehenden Mittel und Kapazitäten erlauben.

 

Über uns

Die Datenbank Moderner Kirchenbau in der Schweiz wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts mit Masterstudierenden der Kunstgeschichte der Universität Basel unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Stückelberger erstellt. Am Forschungsprojekt mitgearbeitet haben: Otto Bonnen, Leonie Fricker, Tamino Gafner, Rosam Keller, Ayako Kyodo, Lilija Monkevic, Sophia Nava, Lena Pflüger, Patricia Striebel, Nora Weber, Lara Willibald.

 

Kontakt

Sollten Sie in der Datenbank Fehler entdecken, ein Objekt vermissen oder eine Anregung bzw. Frage haben, freuen wir uns, wenn Sie mit Johannes Stückelberger Kontakt aufnehmen.