Einführung

Wichtigster Inhalt der Rubrik «Kirchenumnutzungen» ist die «Datenbank Kirchenumnutzungen in der Schweiz». Den Zugriff darauf erlaubt der Menüpunkt «Datenbank». Diese Einführung bietet Informationen zu Inhalt, Ziel und Aufbau der Datenbank. Darüber hinaus findet sich in der Rubrik unter dem Menüpunkt «Publikationen» Literatur zum Thema. Und unter dem Menüpunkt «Weblinks» lassen sich vergleichbare Webseiten mit Datenbanken bzw. Dokumentationen von Kirchenumnutzungen, namentlich im Ausland, aufrufen.

Inhalt der Datenbank

Die Datenbank Kirchenumnutzungen Schweiz erfasst Kirchen, Kapellen und Klöster in der Schweiz, die ungefähr ab dem Jahr 2000 eine Umnutzung erfahren haben bzw. deren Umnutzung vorgesehen ist. Nicht erfasst sind Pfarrhäuser, Kirchgemeindehäuser, Pfarreizentren und weitere kirchliche Immobilien, auch wenn diese heute ebenfalls von der Umnutzungsproblematik betroffen sind. Kirchen, Kapellen und Klöster, die bereits früher profaniert wurden (u.a. im Zuge der Reformation oder der Französischen Revolution), sind nur dann aufgenommen, wenn sich ihre Nutzung in jüngerer Zeit verändert hat. Der Fokus liegt auf aktuellen Beispielen und den Lösungen, die für deren Umnutzung gefunden wurden.

Mit Stand August 2026 umfasst die Datenbank 238 Objekte (127 Kirchen, 43 Kapellen, 53 Klöster, 8 Kapellen in Institutionen, 6 Bildungshäuser, 1 Seminar). Die Datenbank ist nicht vollständig, ermöglicht jedoch einen Einblick in die Thematik und bietet einen repräsentativen Überblick. Vollständigkeit ist nicht möglich, angesichts dessen, dass dauernd neue Objekte dazukommen und ausserdem nicht über alle Objekte in den Medien berichtet wird, weshalb auch wir von ihnen keine Kenntnis haben.

Ziel der Datenbank

Viele Pfarreien, Kirchgemeinden und Klostergemeinschaften aller Denominationen und in der ganzen Schweiz sind heute mit der Frage nach der Zukunft ihrer Immobilien konfrontiert. Die Gründe sind bekannt: weniger Kirchenmitglieder, weniger Finanzen, weniger Raumbedarf. Relativ einfach ist die Reduktion des Immobilienportfolios bei Wohnungen, Büros, Pfarrhäusern. Anspruchsvoller ist der Umgang mit Kirchen, Kirchgemeindezentren und Klöstern. Die Datenbank stellt mit den dokumentierten Beispielen von Kirchen, Kapellen und Klöstern, deren Umnutzung bereits realisiert wurde oder erst projektiert ist, Anschauungsmaterial zur Verfügung. Nicht jede Kirchgemeinde, Pfarrei oder Klostergemeinschaft muss das Rad neu erfinden. Die Datenbank liefert Orientierung und Informationen, wie differenziert und engagiert hierzulande mit dem Thema umgegangen wird, welche Lösungen gewählt werden bezüglich Kriterien wie zum Beispiel Eigentumsverhältnisse, Baumassnahmen, Nutzungsform oder Nutzungsart, und wie viele Möglichkeiten und Varianten der Umsetzung es gibt. Jeder Ort verlangt eine eigene, auf ihn zugeschnittene Lösung. Das schliesst aber nicht aus, dass man sich von anderen Beispielen inspirieren lassen kann. Dazu bietet die Datenbank Hand, nicht nur mit Best-Practice-Beispielen, sondern auch mit Projekten, die schwierige Prozesse durchliefen, von denen man jedoch ebenfalls lernen kann. Ziel der Datenbank ist, zu einem informierten, differenzierten und verantwortungsbewussten Umgang mit der Thematik beizutragen.  

Adressaten der Datenbank

Die Datenbank versteht sich als Dienstleistung für verschiedene Adressaten. An erster Stelle richtet sie sich an die Eigentümerinnen und Eigentümer kirchlicher Immobilien, das heisst, an Kirchgemeinden, Pfarreien, Klostergemeinschaften und kleinere religiöse Gemeinschaften, die die Hauptverantwortung für ihre Immobilien tragen. Da Kirchen, Kapellen und Klöster öffentliche Gebäude sind, kommt eine gewisse Verantwortung aber auch den Kommunen, dem Staat, der Denkmalpflege, der Zivilgesellschaft, kurz, der Öffentlichkeit zu. Auch an sie richtet sich die Datenbank. Schliesslich steht die Datenbank den Medienschaffenden zur Verfügung. Sie erlaubt ihnen, über die Thematik differenziert zu berichten. Ein vierter Adressatenkreis ist die Forschung in Disziplinen wie Theologie, Religionswissenschaft, Architektur, Städtebau, Stadtentwicklung, Denkmalpflege, Kunstgeschichte, Soziologie, Immobilienwirtschaft und weitere. Allen vier Adressatenkreisen steht die Datenbank zur freien Verfügung.    

Abfragemöglichkeiten

Die Datenbank bietet die folgenden Abfragemöglichkeiten: nach Ort, Kanton, Konfession, Bautypus, Eigentumsverhältnissen, Baumassnahmen, Nutzungsform und Nutzungsart. Die Datenbank kann somit nach individuellen Fragestellungen gefiltert werden. Über den Link in der Rubrik «Name» lassen sich die Fichen der einzelnen Objekte mit weiterführenden Informationen öffnen. Was diese Informationen beinhalten, wird in den nächsten Abschnitten beschrieben.  

Objektdaten

Die Fichen enthalten zu jedem Objekt die folgenden Daten: Konfession, Bautypus, Baujahr, Architekt:in, Ort/Kanton, Strasse und GPS. Über die Links «Google Maps» und «Swisstopo» lassen sich die jeweiligen Karten öffnen, auf denen der Standort des Objekts markiert ist. Die 238 Objekte (Stand August 2026) verteilen sich folgendermassen auf die Konfessionen: 98 römisch-katholisch, 59 evangelisch-reformiert, 4 christkatholisch, 21 evangelisch-methodistisch, 28 neuapostolisch, 28 weitere.

Umnutzung

Zur Umnutzung bieten die Fichen die folgenden Informationen: Umnutzungsjahr, Eigentumsverhältnisse, Baumassnahmen, Nutzungsform, Nutzungsart, Kurzinformation. Kommentare zu diesen Informationen finden sich in den nachfolgenden Abschnitten.

Umnutzungsjahr

Unter Umnutzungsjahr ist in vielen Fällen ein Zeitraum angegeben. Wo der Umnutzungsprozess verschiedene auch inhaltlich sich unterscheidende Phasen durchläuft, sind diese durch Schrägstriche getrennt. Ein Schrägstrich nach dem letzten Datum bedeutet, dass der Umnutzungsprozess noch nicht abgeschlossen ist.

Eigentumsverhältnisse

Bei den Eigentumsverhältnissen unterscheidet die Datenbank zwischen den folgenden sechs Möglichkeiten: 1. Abgabe im Baurecht: Die bisherige Besitzerin bleibt Eigentümerin der Parzelle, überträgt dem Baurechtsnehmer aber für längere Zeit das Recht der Nutzung der Parzelle, sei es mit einem Neubau, mit dem bestehenden Bau oder einer Kombination. Der Baurechtsnehmer zahlt der Eigentümerin einen Baurechtszins. 2. Rückgabe: zum Beispiel an den Staat, wenn dieser bisher schon Eigentümer der Immobilie war, wie etwa im Fall der Kapuzinerklöster. 3. Stiftung: Übertragung des Eigentums einer Immobilie an eine Stiftung, zum Beispiel durch Schenkung. 4. Unverändert: keine Änderung bei den Eigentumsverhältnissen. 5. Verein: Übertragung des Eigentums einer Immobilie an einen Verein, zum Beispiel durch Schenkung. 6. Verkauf: Übertragung des Eigentums einer Immobilie an einen neuen Eigentümer durch Verkauf.

Baumassnahmen

Bei den Baumassnahmen unterscheidet die Datenbank zwischen den folgenden sechs Möglichkeiten: 1. Abriss: ersatzloser Abriss einer Immobilie, zum Beispiel wegen Baufälligkeit. 2. Abriss/Neubau: Abriss einer Immobilie und nachfolgende Neuüberbauung der Parzelle. 3. Neubau: Neubau in der Nachbarschaft einer Immobilie, auf einer zu dieser gehörigen Parzelle, 4. Umbau: kleinerer oder grösserer Umbau. 5. Umbau/Neubau: Umbau der bestehenden Immobilie und Neubau in der Nachbarschaft. 6. Unverändert: keine baulichen Veränderungen.

Nutzungsform

Bei der Nutzungsform unterscheidet die Datenbank zwischen den folgenden vier Möglichkeiten: 1. Erweiterte Nutzung: primär eigene Nutzung durch die bisherige Eigentümerin, jedoch gegenüber früher zusätzlich für neue Nutzungsformen. Ausserdem Nutzung durch temporäre Mieter. 2. Fremdnutzung: keine Nutzung mehr durch die bisherige Eigentümerin, sondern ausschliesslich durch die neue Nutzerin. 3. Unverändert: steht bei Objekten, bei denen noch kein Entscheid für die Umnutzung getroffen wurde. 4. Zusammennutzung: Nutzung durch die bisherige Nutzerin, zusammen mit Partnern. Die Partner sind permanente Mieter, im Unterschied zur Erweiterten Nutzung, wo sie temporäre Mieter sind. Die Partner mieten zum Beispiel einzelne Teile der Immobilie für eine längere Zeit.

Nutzungsart

Bei der Nutzungsart unterscheidet die Datenbank zwischen den folgenden elf Möglichkeiten: 1. Bildung: Nutzung als Schulraum oder für Universität. 2. Gastgewerbe: Nutzung als Café, Restaurant, Hotel, Seminarhotel. 3. Gewerbe: Nutzung durch Gewerbebetrieb bzw. Firma. 4. Kirche: Nutzung weiterhin durch die bisherige Eigentümerin oder durch eine andere religiöse Gemeinschaft. 5. Kultur: Nutzung als Musikzentrum, Theaterraum, Museum, Galerie, Bibliothek, Kulturzentrum. 6. Offen: Nutzungsart ist noch nicht bestimmt. 7. Soziales: Nutzung als Quartierzentrum oder durch Einrichtungen für Menschen mit Unterstützungsbedarf. 8. Sport: Nutzung als Kletterhalle. 9. Staat: Nutzung für Parlamentsbetrieb. 10. Verschiedenes: verschiedene Nutzungsarten nebeneinander. Trifft auf fast einen Drittel der Objekte zu. 11. Wohnen: Umbau einer Kirche zu Wohnraum, Abriss einer Kirche und Neubau von Wohnungen, Neubau von Wohnraum neben der bisherigen Immobilie.

Kurzinformation

Die Kurzinformation bietet einen schnellen Überblick über die im Zuge der Umnutzung vorgenommenen Massnahmen.

Informationsstand

Unter Informationsstand ist vermerkt, wann ein Objekt in die Datenbank aufgenommen und wann der Eintrag zuletzt aktualisiert wurde. Umnutzungen sind Prozesse, die sich oft über Jahre hinziehen. Das macht eine dauernde Überarbeitung und Aktualisierung der Datenbank notwendig. Wo das Aktualisierungsdatum mit dem Erstellungsdatum identisch ist, kann dies bedeuten, dass der Eintrag immer noch aktuell ist, oder aber, dass noch keine Aktualisierung vorgenommen wurde.

Bilder

Die Anzahl der Bilder variiert von Objekt zu Objekt. Durch Klicken auf das Vorschaubild, öffnet sich das ganze Bild und erscheint der Bildnachweis. Bei den älteren Einträgen fehlen einige Bildnachweise, was wir zu entschuldigen bitten. Bei den neueren Einträgen haben wir, wo nötig, die Bildrechte eingeholt. Für die Erlaubnis der Verwendung der Bilder danken wir.

Weitere Informationen

Der Umfang der weiteren Informationen variiert von Objekt zu Objekt. Einige der Texte enthalten auch Informationen zur Geschichte und zur Architektur des Objekts. Der Hauptfokus liegt jedoch auf dem Prozess der Umnutzung sowie auf der Frage, wie das Objekt aktuell genutzt wird.

Weblinks

Unter Weblinks sind Links zu Webseiten aufgeführt, die weiterführende Informationen zu den Objekten der Datenbank bieten. Es sind dies: 1. Kunstdenkmäler der Schweiz online: Datenbank der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte mit den Inhalten der bisher publizierten Bände der Kunstdenkmäler der Schweiz. 2. Helvetia Sacra: Nachschlagewerk zu den katholisch-kirchlichen Institutionen der Schweiz. Alle Klöster in der Datenbank enthalten einen Link zu diesem Nachschlagewerk, das weiterführende Informationen zur Geschichte der jeweiligen Klöster bietet. 3. Webseiten der Institutionen, die die Kirchen, Kapellen und Klöster heute nutzen. 4. Weitere Links: Bei einzelnen Objekten kommen weitere Links dazu wie Architekturbibliothek, Vitrosearch, Kirchenvisite.

Über uns

Die Arbeit an der «Datenbank Kirchenumnutzungen in der Schweiz» wurde 2015 im Hinblick auf den Ersten Schweizer Kirchenbautag aufgenommen, mit der Ausstellung «Kirchenumnutzungen in der Schweiz», die auf zehn Tafeln 42 umgenutzte Kirchen, Kapellen und Klöster präsentierte. In leicht veränderter Form wurden die Tafeln auch in der Publikation «Kirchenumnutzungen. Der Blick aufs Ganze» (2015) veröffentlicht. Zum Zweiten Schweizer Kirchenbautag im Jahr 2017 entstand die vorliegende Online-Datenbank, für die das Material von 2015 auf etwa 200 Objekte ergänzt wurde. In den Folgejahren wurden Updates und kleine Ergänzungen vorgenommen. Eine wesentliche Aufwertung erhielt die Datenbank 2023 durch die Verbesserung der Suchfunktionen. Seither kann das Material nach neun Kriterien gefiltert werden, darunter nach Umnutzungskriterien, die verfeinert wurden (Eigentumsverhältnisse, Baumassnahmen, Nutzungsform, Nutzungsart). Dies verlangte entsprechende Anpassungen bei den Fichen, auch waren weitere Updates der bestehenden Einträge nötig, zusätzlich wurden neue Objekte aufgenommen, woran seit 2023 gearbeitet wurde. Seit Sommer 2026 sind alle Fichen auf dem gleichen Stand, ausserdem liegt die Datenbank in einer französischen und einer englischen Fassung vor.

Von 2015 bis 2026 haben an der Datenbank Kirchenumnutzungen in der Schweiz in grösserem und kleinerem Umfang die folgenden Personen (in chronologischer Reihenfolge) mitgearbeitet: Johannes Stückelberger, Ann-Kathrin Seyffer, Fabian Felder, Vera Scartazzini, Béatrice Gauvain, Nathalie Annen, Sara Egger, Sina von Aesch, Nora Meier, Francine Bosson, Sabina Galeazzi, Hanna Weber, Janina Brunner.

Die Arbeit an der Datenbank Kirchenumnutzungen in der Schweiz geht weiter. Die Thematik ist nach wie vor aktuell. Das Team des Schweizer Kirchenbautags ist deshalb der Meinung, dass das Thema eine fortgesetzte wissenschaftliche Begleitung und Dokumentation verlangt. Die Verantwortung für die Datenbank Kirchenumnutzungen in der Schweiz liegt weiterhin bei Johannes Stückelberger. Unterstützt wird er durch Janina Brunner. Ihre mit Drittmitteln des Schweizer Kirchenbautags finanzierte Stelle ist an der Abteilung Architekturgeschichte und Denkmalpflege des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Bern angesiedelt.

Kontakt

Hinweise auf Umnutzungen von Kirchen, Klöstern und Kapellen, die in der Datenbank bisher fehlen, sowie Kommentare zu den bestehenden Einträgen sind willkommen: schweizerkirchenbautag.theol@unibe.ch

August 2026, Johannes Stückelberger